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Ausbildung

Der Fachkräftemangel ist auch in Sachsen Realität. Die Ausbildung junger Menschen kann hier eine Lösung sein. Erfahren Sie auf dieser Seite, wie Sie die Ausbildung als strategischen Vorteil nutzen, welche Formen auch kleineren Unternehmen die Ausbildung im eigenen Betrieb ermöglichen oder wie sowohl leistungsschwache als auch -starke Jugendliche gefördert werden können.

Die duale Berufsausbildung ist rechtlich im Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. in der Handwerksordnung (HwO) geregelt. Dort sind die zuständigen Stellen für die Organisation der Berufsbildung gelistet. Die obersten Landesbehörden haben die Rechtsaufsicht über die zuständigen Stellen.

Eine Übersicht über Rechte und Pflichten im Ausbildungsverhältnis bietet die Broschüre »Ausbildung und Beruf« (BMBFSFJ).

Kann ein Unternehmen nicht alle Ausbildungsinhalte selbst vermitteln, bietet der ZEFAS infoKOMPASS Verbundausbildung eine praxisnahe Lösung. Gemeinsam mit Kooperationspartnern können alle Inhalte der Ausbildungsordnung abgedeckt werden.

Für minderjährige Auszubildende gilt zusätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Die Publikation des SMWA (verfügbar in mehreren Sprachen) fasst die Regelungen für Ferienjobs und Berufsausbildung zusammen.

Seit 2020 gelten Mindesthöhen für die Ausbildungsvergütung. Mehr Informationen zur Mindestausbildungsvergütung auf der ZEFAS Themenseite Faire Entlohnung

Trotz großer Bemühungen bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Gleichzeitig sind viele Jugendliche auf der Suche nach beruflichen Perspektiven, kennen jedoch die Angebote in ihrer Region nicht oder nehmen Unternehmen nicht als Ausbildungsunternehmen wahr.

Der ZEFAS infoKOMPASS Gewinnung von Auszubildenden bietet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen sowie Kleinstunternehmen einen praxisnahen Überblick über Möglichkeiten der Nachwuchsgewinnung. Vorgestellt werden Maßnahmen, die sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen lassen – von der Ansprache potenzieller Auszubildender bis zum persönlichen Kennenlernen im Rahmen von Praktika oder Aktionstagen.

Offene Lehrstellen und Praktikumsplätze erzielen eine höhere Reichweite, wenn sie zusätzlich in den Verzeichnissen der Bundesagentur für Arbeit und der sächsischen Wirtschaftskammern veröffentlicht werden.

Lehrstellenbörse der Bundesagentur für Arbeit

Handwerkskammer Chemnitz Lehrstellenbörse und Praktikumsbörse

Handwerkskammer Dresden Lehrstellen- und Praktikumsbörse

Handwerkskammer zu Leipzig Lehrstellen- und Praktikumsbörse

Die sächsischen Industrie- und Handelskammern Lehrstellen- und Praktikumsbörse

Unternehmen können ihren Bewerberkreis erweitern, indem sie auch junge Menschen aus dem Ausland sowie Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf ansprechen. Mehr Informationen finden Sie hier: 

Die Ausbildung beginnt mit dem Bewerbungsverfahren und dem Vertragsabschluss. Entscheidend für den Erfolg im weiteren Verlauf sind stabile Lern- und Arbeitsbedingungen, eine klare Struktur und Unterstützung bei Bedarf. Wenn Auszubildende gut betreut werden, steigen ihre Motivation und ihre Bindung an den Arbeitgeber spürbar. Unternehmen profitieren von geringeren vorzeitigen Vertragslösungen, einer hohen Ausbildungsqualität und langfristigen Fachkräfteperspektiven.

Der ZEFAS infoKOMPASS Duale Berufsausbildung: Informationen und Unterstützung richtet sich an das Berufsbildungspersonal an allen Lernorten und listet Anlaufstellen mit Informations- und Unterstützungsangeboten für Auszubildende. Themen sind unter anderem:

  • Finanzielle Unterstützung
  • Digitalisierung und Flexibilisierung
  • Leistungsstarke und engagierte Auszubildende
  • Fachliche und persönliche Unterstützung für Auszubildende
  • International
  • Pädagogische Unterstützung für das Berufsbildungspersonal
  • Fördermaßnahmen für sächsische Akteure der beruflichen Bildung

Die Berufsbildung bietet heute zahlreiche Optionen, um auf unterschiedliche Lebenslagen, betriebliche Anforderungen und neue Entwicklungen zu reagieren. Flexible Ausbildungsformen, digitale Elemente und individuelle Unterstützungsangebote eröffnen Unternehmen und Auszubildenden zusätzliche Wege, um Ausbildung erfolgreich zu gestalten.

Teilzeitausbildung ermöglicht es, die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit um bis zu 50 Prozent zu reduzieren und entsprechend die Ausbildungsdauer zu verlängern. Sie richtet sich an Menschen, deren Lebenssituation eine Vollzeitausbildung erschwert, etwa aufgrund familiärer Verpflichtungen, gesundheitlicher Einschränkungen, Leistungssport, parallelem Spracherwerb oder weiterer individueller Gründe. Auch Unternehmen können Teilzeit initiieren, wenn betriebliche Rahmenbedingungen – zum Beispiel eingeschränkte Geschäftszeiten – eine Vollzeitgestaltung nicht zulassen. Die rechtlichen Grundlagen im Berufsbildungsgesetz ermöglichen damit flexible Lösungen, ohne den Weg zu einem vollwertigen Berufsabschluss zu beeinträchtigen.

Das Projekt »Duale Höchstleistungen: Sport und Ausbildung« (IHK zu Leipzig) ermöglicht motivierten Jugendlichen, Leistungssport und berufliche Ausbildung erfolgreich miteinander zu verbinden. Mit einem speziell abgestimmten Lehrplan und einer gestreckten Ausbildungszeit lassen sich schulische, betriebliche und sportliche Anforderungen vereinbaren. Auch Unternehmen profitieren von engagierten Auszubildenden, die besondere Leistungsbereitschaft und Verantwortung zeigen.

Seit dem 1. August 2024 modernisiert das Berufsbildungsvalidierungs- und -digitalisierungsgesetz (BVaDiG, Bundesgesetzblatt) die Berufsausbildung durch digitale und flexible Möglichkeiten. Ausbildungsverträge können elektronisch abgeschlossen und Änderungen digital nachgewiesen werden. Berufsschulzeiten einschließlich Pausen und Wegezeiten werden vollständig auf die Ausbildungszeit angerechnet, und Teile der Ausbildung können mobil und digital (Empfehlung zum Mobilen Arbeiten und Lernen in der dualen Berufsausbildung des BIBB-Hauptausschuss) vermittelt werden. Auch Ausbildungszeugnisse dürfen elektronisch ausgestellt werden, und Prüferinnen und Prüfer können optional virtuell an Prüfungen teilnehmen. Damit werden Ausbildung, Verwaltung und Prüfung effizient, transparent und zeitgemäß gestaltet.

Zusatzqualifikationen erweitern die reguläre Ausbildung um wertvolle Inhalte, die auf aktuelle Anforderungen des Arbeitsmarktes abgestimmt sind. Sie stärken das berufliche Profil der Auszubildenden und verbessern ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt, während sie gleichzeitig die Ausbildung attraktiver machen und motivierte Auszubildende langfristig an das Unternehmen binden.

Die Maßnahme der Exzellenzinitiative Berufliche Bildung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend InnoVET PLUS (BMBFSFJ) unterstützt Akteure der Berufsbildung dabei, innovative Konzepte zur Fachkräftesicherung und -qualifizierung zu entwickeln. Seit Juli 2024 werden in 28 Projekten Konzepte für eine exzellente Berufsbildung entwickelt und erprobt.

Auch sächsische Akteure beteiligen sich. Eine Übersicht aller geförderten Projekte (BMBFSFJ) zeigt die Vielfalt der umgesetzten Vorhaben.

Für Menschen, für die eine klassische Berufsausbildung oder Umschulung nicht infrage kommt, bietet die Teilqualifikation (TQ) einen schrittweisen Weg zum Berufsabschluss. Anerkannte Ausbildungsberufe sind dafür in einzelne Module gegliedert, die sich flexibel an den betrieblichen Bedarf sowie an den individuellen Voraussetzungen der Teilnehmenden anpassen lassen. So können Unternehmen Beschäftigte gezielt zu Fachkräften qualifizieren.

Mehr Informationen zur TQ auf der ZEFAS Themenseite Teilqualifikationen

Auf Initiative des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) unterstützt die ESF Plus-Richtlinie Zukunft berufliche Bildung (SAB) unter anderem Unternehmen dabei, ihre Aus- und Weiterbildungsangebote zukunftsfähig zu gestalten.

Das Förderprogramm stärkt Vorhaben, die die berufliche Aus- und Weiterbildung in Sachsen flexibler, individueller und zukunftsfähiger gestalten. Ziel ist es, die Qualität und Attraktivität der Berufsbildung aufzuwerten, die Weiterbildungsbereitschaft von Unternehmen und Beschäftigten zu erhöhen und Reformprozesse gezielt voranzubringen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Digitalisierung von Lernangeboten sowie auf der Anpassung an sich verändernde Anforderungen des Arbeitsmarktes.

Die geförderten Projekte bieten zudem die Möglichkeit, bewährte Ansätze auf andere Unternehmen zu übertragen und vom fachlichen Austausch sowie der Vernetzung unter den Beteiligten zu profitieren. Die ZEFAS Übersicht über die geförderten Vorhaben gibt Einblick in die Vielfalt der unterstützten Projekte.

Berufliche Entwicklung beginnt bereits während der Ausbildung und setzt sich nach dem erfolgreichen Abschluss fort. Durch gezielte Weiterbildungsangebote können Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen, Talente fördern und Fachkräfte langfristig binden.

Die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung gGmbH (SBB) unterstützt mit Förderprogrammen wie dem Weiterbildungsstipendium (SBB) und dem Aufstiegsstipendium (SBB) junge Menschen nach dem besonders erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung bei der weiteren beruflichen Qualifizierung.

Die frühzeitige Förderung beruflicher Kompetenzen und gezielte Weiterbildungen legen den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere und eröffnen langfristige Perspektiven im Unternehmen

Mehr Informationen zur beruflichen Weiterbildung auf der ZEFAS Themenseite Weiterbildung

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© pexels | Andrea Piacquadio

Patricia Leister

Telefon: +49 371 2562018-35

E-Mail: berufsbildung@zefas.sachsen.de

Fachimpulse zur beruflichen Ausbildung

Themenbild ZEFAS-Blog
© ZEFAS

Über die fachlichen Informationen hinaus bietet unser Blog "ZEFAS Fachimpulse" fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen, strategische Fragestellungen und praxisnahe Projekte der beruflichen Ausbildung. Hier erhalten Sie neue Impulse, bleiben kontinuierlich informiert und haben die Möglichkeit, neue Projekte zu entdecken, die zeigen, wie sich moderne Ansätze erfolgreich umsetzen lassen:

Hier finden Sie die Fachimpulse zur beruflichen Ausbildung.

Tipp: Flexible Wege zum Ausbildungsabschluss ermöglichen Teilqualifikationen (TQ)

Hände stapeln eine Holzpyramide
© KI generiert mit Adobe Firefly

Wenn eine klassische Ausbildung nicht die passende Lösung ist, bieten Teilqualifikationen (TQ) einen modularen Weg zum Wissenserwerb oder Berufsabschluss.

Diese Form eröffnet einer Vielzahl von Personen Zugang zu beruflicher Bildung: Durch diesen Weg können beispielsweise auch Menschen mit teilweise anerkannten ausländischen Qualifikationen oder spezifischem Weiterbildungsbedarf gefördert werden. 

Hier erfahren Sie mehr zu Teilqualifikationen (TQ). 

Mehr zum Thema Ausbildung erfahren Sie in diesen ZEFAS-Formaten:

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