20.01.2026

Frauen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung: Große Fortschritte und ungenutzte Potenziale

Vier Menschen halten vier große Puzzleteile aneinander.
© Pexels/Diva Plavalaguna

Eine aktuelle KOFA-Studie zeigt, wie ungenutzte Potenziale von Frauen – insbesondere zugewanderten und qualifizierten – durch verschiedene Maßnahmen zur Fachkräftesicherung erschlossen werden können.

Die aktuelle Studie des Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung (KOFA) "Frauen als Schlüssel zur Fachkräftesicherung" zeigt, dass es in den letzten Jahren einen deutlichen Zuwachs an Frauen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gab - insbesondere im Bereich höher qualifizierter Tätigkeiten. Trotz dieser positiven Entwicklung identifiziert die Studie erhebliche ungenutzte Fachkräftepotenziale.

Schon jetzt geht die Hälfte (49,2 Prozent) des Beschäftigungszuwachses bundesweit auf migrantische Frauen zurück - in den neuen Bundesländern sogar fast der gesamte Zuwachs. Auf der anderen Seite waren zwischen Juli 2024 und Juni 2025 durchschnittlich rund 1,3 Millionen Frauen arbeitslos, davon etwa 40 Prozent ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Vor allem migrantische Frauen stellen ein wichtiges Zukunftspotenzial dar: Sie sind im Durchschnitt jünger und können dem demografisch bedingten Rückgang der Erwerbsbevölkerung abfedern. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass mindestens jede fünfte arbeitslose Frau und sogar 60 Prozent der zugwanderten Akademikerinnen eine Beschäftigung unterhalb ihres Qualifikationsniveaus anstreben.

Wie können die Potentiale erschlossen werden?

Wie die Studie zeigt, suchen viele arbeitslose Frauen Helfertätigkeiten in Berufen, in denen gleichzeitig ein großer Fachkräftemangel besteht. Dabei verfügen viele von ihnen bereits über berufsqualifizierende Abschlüsse. In Bereichen wie Reinigung, Verkauf oder Küche würde die Anzahl an arbeitslosen Frauen mit Qualifikationen ausreichen, um Fachkräftelücken vollständig zu schließen. In reglementierten Berufen wie Pflege oder Kinderbetreuung ließe sich der Fachkräftemangel deutlich verringern, wenn vorhandene Abschlüsse schneller anerkannt oder durch gezielte Anpassungsqualifizierungen ergänzt würden.

Mögliche Handlungsfelder zur Erschließung der Potenziale

Das Fazit der Studie ist eindeutig: Frauen – insbesondere qualifizierte und zugewanderte Frauen – sind ein Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Gelingt es, ihre vorhandenen Kompetenzen passgenauer einzusetzen und strukturelle Hürden abzubauen, könnten Fachkräftelücken in einzelnen Berufen geschlossen und in vielen weiteren deutlich reduziert werden.

Vertiefte Ergebnisse sowie die gesamte Studie finden Sie auf der Website von KOFA.

Projekte in Sachsen im Rahmen des "My Turn" Programms können Sie auf der Programm-Website finden.