Gut durch heiße Tage – Hitzeschutz am Arbeitsplatz
Hohe Temperaturen belasten Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Mit geeigneten Schutzmaßnahmen können Unternehmen und Beschäftigte Hitzestress wirksam vorbeugen und das Unfallrisiko verringern.
Hitzeschutz geht alle an
Die Zahl heißer Tage und länger andauernder Hitzeperioden nimmt infolge des Klimawandels zu. Damit steigen auch die gesundheitlichen Belastungen am Arbeitsplatz. Besonders betroffen sind Beschäftigte, die körperlich anstrengende Tätigkeiten ausüben oder überwiegend im Freien arbeiten.
Hitzestress kann bereits bei vergleichsweise moderaten Temperaturen die Konzentration und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Müdigkeit, Kreislaufprobleme und Konzentrationsschwächen erhöhen das Unfallrisiko. Bei längerer oder intensiver Hitze können Dehydrierung, Hitzeerschöpfung oder sogar ein Hitzschlag die Folge sein. Beschäftigte im Freien sind zusätzlich einer erhöhten UV-Strahlung und Ozonbelastung ausgesetzt. Langfristig kann intensive UV-Strahlung Haut- und Augenschäden verursachen. Hautkrebs zählt inzwischen zu den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten.
Arbeitgeber sind nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, Arbeitsplätze so zu gestalten, dass Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit möglichst vermieden werden. Grundlage hierfür ist die Gefährdungsbeurteilung. Schutzmaßnahmen sind nach dem sogenannten TOP-Prinzip umzusetzen: Zunächst sind technische, anschließend organisatorische und zuletzt personenbezogene Maßnahmen zu ergreifen. Auch Beschäftigte tragen Verantwortung, indem sie die festgelegten Schutzmaßnahmen einhalten und auf ihre eigene Gesundheit achten.
So können Unternehmen Hitzestress wirksam vorbeugen
Ein wirksamer Hitzeschutz beginnt mit einer frühzeitigen Planung. Folgende Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip haben sich bewährt:
Technische Maßnahmen
- Arbeitsplätze durch Außenjalousien, Sonnensegel oder Überdachungen verschatten.
- Arbeitsräume in den kühlen Morgenstunden lüften und tagsüber vor Sonneneinstrahlung schützen.
- Innere Wärmequellen möglichst reduzieren.
- Klimaanlagen oder Ventilatoren sachgerecht einsetzen.
Organisatorische Maßnahmen
- Gefährdungsbeurteilungen regelmäßig an sommerliche Temperaturen anpassen.
- Arbeitszeiten möglichst in die frühen Morgenstunden verlegen.
- Körperlich schwere Tätigkeiten während der Mittagshitze vermeiden.
- Zusätzliche Erholungspausen an schattigen oder kühlen Orten ermöglichen.
- Ausreichend Trinkwasser kostenlos bereitstellen.
- Beschäftigte zu Warnzeichen hitzebedingter Erkrankungen unterweisen.
- Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes bei der Arbeitsplanung berücksichtigen.
Personenbezogene Maßnahmen
- Leichte, atmungsaktive und möglichst UV-schützende Arbeitskleidung sowie geeignete Kopfbedeckungen bereitstellen.
- Sonnenschutzmittel zur Verfügung stellen.
- Notfallabläufe für Hitzeerschöpfung und Hitzschlag festlegen.
Was Beschäftigte selbst tun können
Auch das eigene Verhalten trägt wesentlich zum Hitzeschutz bei. Empfehlenswert ist es,
- regelmäßig Wasser oder andere geeignete Getränke wie ungesüßte Tees oder Wasser mit einem Spritzer Saft zu trinken – möglichst bevor Durst entsteht,
- leichte, luftdurchlässige und UV-schützende Kleidung zu tragen,
- Kopf, Haut und Augen vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen,
- körperliche Belastungen möglichst in die kühleren Tageszeiten zu verlegen,
- regelmäßige Pausen im Schatten oder in kühlen Räumen einzulegen,
- auf Warnzeichen wie Schwindel, Übelkeit, starke Erschöpfung oder Kopfschmerzen zu achten und frühzeitig zu handeln.
Ein wirksamer Hitzeschutz schützt nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern trägt auch dazu bei, Arbeitsunfälle zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit im Betrieb zu erhalten.
Weiterführende Informationen
BG BAU – Arbeiten bei Hitze und UV-Strahlung
Die BG BAU stellt umfassende Informationen insbesondere für Tätigkeiten im Freien bereit. Dazu gehören Handlungsempfehlungen nach dem TOP-Prinzip, Gefährdungsbeurteilungen, Checklisten, Unterweisungsmaterialien, Erste-Hilfe-Hinweise sowie Informationen zu Arbeitsschutzprämien.
https://www.bgbau.de/themen/sicherheit-und-gesundheit/uv-strahlung-hitze
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
Die DGUV bietet branchenübergreifende Empfehlungen für Unternehmen, darunter Hinweise zur Erstellung von Hitzeschutzplänen, zur Arbeitsorganisation sowie zum Schutz besonders gefährdeter Beschäftigter.
https://www.dguv.de/de/praevention/klimawandel/hitze-und-trockenheit/index.jsp
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz
Das SMWA informiert über den Arbeitsschutz an heißen Sommertagen und gibt praxisnahe Hinweise für Unternehmen und Beschäftigte in Sachsen.
https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1097902
Deutscher Wetterdienst (DWD)
Die Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes unterstützen Unternehmen dabei, Arbeiten im Freien rechtzeitig an hohe Temperaturen anzupassen und geeignete Schutzmaßnahmen zu planen.
https://www.hitzewarnungen.de