Nachlese: Beratungskompetenz im BGM – Ein Austausch für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu Methoden, Grenzen und Stolperfallen
Am 23.06.2026 setzten sich Expertinnen und Experten in einem intensiven Multiplikatorenaustausch mit der Stärkung der Beratungskompetenz im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) auseinander.
Im Austausch, der von der AG Betrieb - P.Sachsen organisiert wurde, diskutierte man über Methoden, Grenzen und Stolperfallen in der BGM-Beratung. Der Teilnehmerkreis bestand u.a. aus Expertinnen und Experten von Sozialversicherungsträgern, Industrie- und Handelskammern, sowie Wohlfahrtsverbänden, Arbeitsmarktagenturen und spezialisierten Beratungsstellen für die Themen der Betrieblichen Gesundheit und Fachkräftesicherung.
Die Veranstaltung bot ein breites Spektrum an fachlichen Impulsen. Neben einem Rückblick auf das vergangene Jahr gab Frau Beyer von der IHK Dresden fundierte Einblicke in die Arbeit des Referats für Bildungspolitik, Arbeitsmarkt und Fachkräfte. Die Teilnehmenden erhielten dabei einen praxisnahen Überblick über die Unterstützungs- und Beratungsangebote der IHK Dresden. Das Austauschformat lebt von der aktiven Mitwirkung der AG-Mitgliedsinstitutionen. Im Rahmen eines thematischen Kurzvortrages hat die gastgebende Einrichtung die Möglichkeit, eigene Projekte, Praxisbeispiele sowie aktuelle Herausforderungen aus dem Beratungsalltag im Kontext der Betrieblichen Gesundheitsförderung und des Betrieblichen Gesundheitsmanagements vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Ein weiterer Programmpunkt war der Impulsvortrag von Frau Dr. Cosmar (DGUV Akademie) zum Thema »KI trifft Psyche und Gesundheit«, der das Spannungsfeld zwischen der Entlastung von monotonen Aufgaben durch KI und Risiken wie Technostress oder Autonomieverlust beleuchtete. Als Lösungsansatz wurde ein menschenzentrierter Ansatz (Industrie 5.0) thematisiert, der die Einbindung der Mitarbeitenden und in den Fokus rückt.
Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung waren die praxisnahen Workshops, die der Frage nachgingen, wie KMU erfolgreich für das BGM gewonnen werden können. Die Ergebnisse zeigten, dass Unternehmen zwar Interesse an mentaler Gesundheit zeigen, jedoch oft Schwierigkeiten bei der Bedarfsformulierung haben und häufig mit eher diffusen Anliegen an Beratungsstellen herantreten. Für eine effektive Beratung vor Ort wurden verschiedene Maßnahmen identifiziert. Zur Erkennung von Auslösern und Belastungsfaktoren wurden eine strukturierte Bedarfsermittlung sowie die Analyse der betrieblichen Ausgangssituation empfohlen. Die Prüfung der aktuellen Umsetzungsgrundlage erfolgt durch die Bestandsaufnahme bereits bestehender BGM-Aktivitäten, vorhandener Daten, Mitarbeitendenbefragungen oder Gefährdungsbeurteilungen. Um Verbindlichkeit zu schaffen, wurden passgenaue Handlungsempfehlungen, die Vereinbarung konkreter nächster Schritte mit klaren Zuständigkeiten sowie eine transparente Kommunikation des Nutzens als entscheidende Erfolgsfaktoren hervorgehoben. Ergänzend wurden der Einsatz von Praxisbeispielen, Informationen zu Förder- und Unterstützungsangeboten sowie der Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen als wirksame Ansätze genannt, um Betriebe für das Betriebliche Gesundheitsmanagement zu gewinnen. Zur Visualisierung der Synergien wurde abschließend eine Matrix erstellt, welche die Berührungspunkte der teilnehmenden Institutionen mit den verschiedenen BGM-Themen aufzeigt.
Um diesen wertvollen Dialog fortzusetzen, findet der nächste Multiplikatorenaustausch bereits am 11. November 2026 im Online-Format statt. Möchten auch Sie dabei sein, wenden Sie sich bitte an kmu.infostelle@zefas.sachsen.de.