05.03.2026

Zu alt für Veränderungen? Wie Vorurteile Chancen verhindern

© Dieses Bild wurde mit Hilfe von KI des Glibatree Art designer erstellt.

Deutschlands Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden älter – und gleichzeitig halten sich hartnäckig Zweifel an der Anpassungsfähigkeit älterer Mitarbeitender.

Wer Alter mit Stillstand verbindet, verspielt wertvolle Erfahrung, Verlässlichkeit und Fachwissen – Ressourcen, die gerade im demografischen Wandel entscheidend sind. 

Ältere Beschäftigte: ein unterschätztes Potenzial

In Sachsen sind Menschen über 50 Jahren inzwischen die größte Beschäftigtengruppe. Auch die Erwerbstätigenquote der 60- bis unter 68-Jährigen ist deutlich gestiegen – von 32 Prozent im Jahr 2011 auf 45 Prozent im Jahr 2021. Zudem arbeiten immer mehr Menschen auch nach Renteneintritt weiter. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird sich dieser Trend fortsetzen (Landesamt für Statistik Freistaat Sachsen 2023).

Weiterbildung: entscheidend für Zukunftsfähigkeit

Eine Studie des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zeigt, dass insbesondere die schnelle Anpassungsfähigkeit als deutlich eingeschränkt bewertet wird. Ganz praktisch können solche Einstellungen Auswirkungen auf Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung haben. Schaut man auf die Beteilung an Weiterbildungen fallen ältere Beschäftigte deutlich hinter jüngeren Vergleichsgruppen zurück. So liegt die Weiterbildungsquote der 55- bis 64-Jährigen bei 53 Prozent und die der 65- bis 69-Jährigen sogar nur bei 13 Prozent. Dem gegenüber steht eine Weiterbildungsbeteiligung von 69 Prozent für die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen (AES 2024).

Hier entsteht ein Kreislauf: Wenn ältere Mitarbeitende weniger Weiterbildungen erhalten, fehlen ihnen aktuelle Qualifikationen. Das kann wiederum den Eindruck verstärken, sie seien weniger anpassungsfähig – obwohl nicht mangelnde Lernbereitschaft, sondern fehlende Angebote das eigentliche Problem sind.

Was Unternehmen konkret tun können

  • Weiterbildung bewusst altersunabhängig planen: Prüfen, wer eingeladen wird – und wer nicht?
  • Praxisnahe Lernformate anbieten: Kurze Module, Austausch im Team, Lernen am konkreten Projekt
  • Erfahrung sichtbar machen: Ältere Mitarbeitende als Mentorinnen und Mentoren einsetzen.
  • Gespräche suchen: Nachfragen, welche Entwicklung gewünscht ist – statt Annahmen zu treffen.

weiterführende Links

Leitfaden zur Beschäftigung Älterer (KOFA)

INQA-Kurzcheck: Erfahrung zählt

 

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